Medienmitteilung

Hören zur Sprache gebracht

Zürich, 01. März 2018 – In der Schweiz leiden 700‘000 Menschen an einem Hörverlust, das ist fast jeder Zehnte. Unbehandelt können die Folgen gravierend sein, dennoch tragen nur 25% der Betroffenen ein Hörgerät. Im Rahmen des Welttag des Hörens vom 3. März bringen fünf Organisationen und Verbände aus der Hörbranche das Thema zur Sprache und sensibilisieren mit einem gemeinsamen Erklärvideo.

Lärm am Arbeitsplatz, laute Musik beim Konzert, Umgebungslärm im Restaurant: Das Gehör wird ständig strapaziert. Rund 700‘000 Menschen leiden hierzulande an einer Hörminderung. Die negativen Folgen auf das soziale Leben werden häufig unterschätzt. Bei Gesprächen müssen sich Betroffene mehr anstrengen, sie werden schneller müde und ziehen sich vermehrt zurück. Studien zeigen ausserdem, dass Menschen mit einem Hörverlust deshalb einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, an Depression oder Demenz zu erkranken.

Welttag des Hörens
Anlässlich des internationalen WHO Welttag des Hörens vom 3. März haben sich vier Branchenorganisationen zusammen mit den Hals-Nasen-Ohrenärzten vereint, um gemeinsam das Thema Hören zur Sprache zu bringen. Da bei einem Hörverlust noch immer zahlreiche Tabus vorherrschen, haben die Verbände ein Erklärvideo produziert. Dieses soll auf Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten aufmerksam machen.

Mehr Lebensqualität dank gutem Gehör
Je länger ein Hörverlust besteht, desto schwieriger ist es, wieder die volle Hörfähigkeit zu erlangen. Denn was viele nicht wissen: Das Gehirn gewöhnt sich an einen Hörverlust und muss anschliessend erneut lernen, Klänge und Wörter zu verarbeiten. Lediglich 25% der Betroffenen tragen ein Hörgerät, wobei Menschen mit einer Hörminderung durchschnittlich 7 bis 10 Jahre zu lange warten, bis sie sich behandeln lassen.

„Ein guter Hörsinn ist im Alltag essentiell. Wir verlassen uns darauf wie auch auf unsere Augen. Viele denken zu Unrecht, dass nur ältere Menschen von einer Hörminderung betroffen sind. Deshalb möchten wir den Tag des Hörens nutzen, die Leute zu animieren, ihr Gehör frühzeitig testen zu lassen“, erklärt Georg Simmen, Präsident von pro audito schweiz, dem Dachverband von Hörbehindertenvereinen.

Mittlerweile ist die technische Entwicklung von Hörgeräten weit fortgeschritten. Diese werden stets kleiner, leistungsstärker, können präzise auf individuelle Bedürfnisse eingestellt und direkt mit dem Handy oder TV gekoppelt werden. Bis zu einem gewissen Grad kann sogar ein Tinnitus ausgeblendet werden. Entsprechend sorgen Hörgeräte nicht nur für ein besseres Hörvermögen, sondern tragen auch zu deutlich höherer Lebensqualität bei.

Weitere Informationen
Mario Schuler
Medienstelle
hsm@open-up.ch
044 295 90 44

Eine gemeinsame Aktion von:
AKUSTIKA – Fachverband der Hörgeräte-Akustik
HSM – Hearing Systems Manufacturers (Branchenverband für Hörgerätehersteller)
ORL – Oto-Rhino-Laryngologie (Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde)
pro audito schweiz – Dachverband von Hörbehindertenvereinen
VHS – Verband Hörakustik Schweiz